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Weihnachten Weihnachtsgeschichte Weihnachtsgeschichten Kurzgeschichte Weihnacht Advent

Weihnachtszaubereien

© Barbara Walter


Frau Olsen hat schon viele Weihnachtsfeste erlebt. Manche dieser Feste waren schön gewesen, andere weniger, aber so wunderbar wie das letzte Weihnachtsfest war noch keines gewesen. Und das hatte sie ganz allein Sammy zu verdanken. Wäre Sammy nicht gewesen, dann ... Aber ich greife vor. Noch haben wir ein wenig Zeit bis zum Weihnachtsabend und wie könnte man sie besser nutzen als eine Weihnachtsgeschichte zu erzählen?
Den ganzen Vormittag des Weihnachtstages hatte es geschneit; später, gegen Mittag, zerrissen die schweren Wolken und die Sonne kam hervor. Frau Olsen beschloss, noch einmal aus dem Haus, noch einmal unter Menschen zu gehen. Der Nachmittag und der Weihnachtsabend lagen vor ihr wie eine Wüste, die durchquert werden musste. Dieses Jahr würde Weihnachten besonders schwer für sie werden. Tim, ihr Sohn, war wie sein Vater als Kapitän unterwegs. Jetzt musste er irgendwo vor Australien sein und es würden noch Monate vergehen, bis er wieder nach Hause kommen würde; und Laura, ihre Tochter, hatte vor zwei Wochen nach vier Söhnen selbst eine Tochter bekommen und wäre Frau Olsen nicht noch immer geschwächt von der schweren Influenza, die sie gerade überstanden hatte, sie wäre heute bei ihr. So aber war sie allein. Nicht einmal Ilsa, ihre Haushälterin, war da. Frau Olsen, die wusste, wie sehr man sich, besonders in der Weihnachtszeit, nach der eigenen Familie sehnt, hatte ihr freigegeben. Ilsa, fürsorglich wie immer, hatte alles für den Abend vorbereitet. Ein festliches Essen wartete im Küchenherd, das Holz lag geschichtet im Kamin und überall in den Räumen standen geschmückte Tannenzweige.
Es waren nur noch wenige Menschen unterwegs, als Frau Olsen zum Markt kam. Ein oder zwei Enten und Gänse lagen noch beim Geflügelbauern, die Fischhändler reinigten bereits ihre Stände und das restliche Obst und Gemüse wurde in Kisten verpackt. Die Stände mit dem Weihnachtsschmuck waren schon fortgefahren. Ein wenig enttäuscht ging Frau Olsen über den Markt. Sie wollte sich etwas kaufen, etwas, das ihr durch die kommenden Stunden helfen würde. Vielleicht hatte der alte Jan noch eine Pflanze oder ein paar Blumen für sie.
"Leider, meine Liebe", strahlte er sie an und zuckte dann bedauernd seine Schultern, "alles verkauft!"
"Ach!", rief Frau Olsen. Sie hatte es sich so gewünscht. Enttäuscht drehte sie sich um, da fiel ihr Blick auf Jans Verkaufswagen. Zwischen leeren Tontöpfen, Säcken mit Erde, einigen Tannen- und Mistelzweigen stand verloren eine zarte, fremdartige Pflanze. Sie hatte große cremeweiße Blüten zwischen grünen Blättern. Ihre Einsamkeit rührte Frau Olsens Herz.
"Was ist das für eine Blume, Jan? Sie ist wunderschön. Wie heißt sie?"
"Das ist eine Christrose", sagte Jan stolz. "Sie ist bei uns ganz neu. Da, wo sie herkommt, nennt man sie die Blume der Hoffnung."
Der Name gefiel Frau Olsen. "Ich kaufe sie. Was soll sie kosten?"
"Nein, nein. Das kommt ja gar nicht in Frage!" Jan holte einen Bogen Papier und wickelte die Pflanze behutsam darin ein. "Ich schenke sie Ihnen, meine Liebe. Bei Ihnen wird sie es gut haben, das weiß ich genau", sagte er und übereichte Frau Olsen den Blumentopf und für einen winzigen Moment hatte sie den Eindruck, dass er ihr geheimnisvoll zublinzelte. "Frohe Weihnachten, Frau Olsen, frohe Weihnachten für Sie!"
"Frohe Weihnachten, Jan, und vielen Dank."
Die Blume erfreute die kleine Frau Olsen über alle Maßen. "Eine Christrose", dachte sie entzückt, "auch ich habe ein Geschenk bekommen." Nun war sie bereit, in ihr stilles Haus zu gehen. Es lag am Ende einer Straße auf einem Hügel, über einem breiten Fluss. Es war das einzige Haus, in dem jetzt noch kein Licht brannte. Der Schnee knirschte unter Frau Olsens Schritten, als sie den Hügel hinaufging.
"Arne Olen - Kapitän" stand noch immer auf dem Schild am Gartentor, obwohl Arne schon seit Jahren nicht mehr nach Hause gekommen war. Sein Schiff war untergegangen.
Es dämmerte bereits, als Frau Olsen die Haustür aufschloss. Von der nahen Kirche klangen die Glocken durch den stillen Spätnachmittag. Der Schnee glänzte und in den Kiefern krächzte ein Rabe.
Im Haus duftete es würzig nach den Tannenzweigen und Ilsas gutem Essen. Aber zum Essen war es noch viel zu früh. Frau Olsen wickelte die Pflanze behutsam aus den dicken Papierschichten, holte ihren besten Blumenübertopf und stellte sie auf den Wohnzimmertisch. Die Blume hatte den Transport gut überstanden. Ihre Blüten schimmerten hell im dämmrigen Raum.
Dann zündete Frau Olsen das Feuer im Kamin an und ging nach oben, um ein Bad zu nehmen und sich, aller Einsamkeit zum Trotz, festlich anzuziehen. Es war so still im Haus, dass sie die Holzscheite im Kamin knacken hörte. Eine Treppenstufe knarrte, als schliche jemand herauf und sie hatte plötzlich das Gefühl, nicht allein im Haus zu sein.
Von ihrem Schlafzimmerfenster aus konnte sie die Straße hinunter bis weit in den Ort und in die Häuser sehen. In einigen Wohnzimmern wurden schon die Kerzen an den Christbäumen angezündet, sie sah Kinder hin- und herlaufen oder Familien vereint am Esstisch sitzen. Es tat ihr weh und sie dachte an ihre Familie, die heute so weit auseinander lebte. Dies war der Moment, den sie den ganzen Tag gefürchtet hatte. Ihr Herz war schwer vor Kummer. "Könnten sie doch nur hier sein, wäre doch alles so wie früher", dachte sie traurig. Aber nichts war wie früher. Was war es für ein Unsinn, hier zu stehen und zu weinen! Sie war nicht einsam, ihre Kinder dachten bestimmt liebevoll an sie. Sie wischte sich entschlossen die Tränen ab, als sie aus dem Wohnzimmer wieder ein Geräusch hörte. War doch jemand hier? Angespannt lauschte sie. Da war es wieder, zart wie der Klang einer kleinen Glocke und da, noch einmal! Neugierig ging sie die Treppe hinunter in den Wohnraum. Er war leer, natürlich. Sie hatte es sich eingebildet. Das kam davon, wenn man trüben Gedanken nachhing. Frau Olsen zündete die Kerzen an den Zweigen an und legte Holz im Kamin nach. Wie jedes Jahr zu Weihnachten hatte Ilsa auch dieses Jahr ihren guten Punsch zubereitet. Jetzt war die Zeit dafür, ein Glas zu trinken.
"Frohe Weihnachten, meine Lieben. Frohe Weihnachten für euch alle!", sagte sie und hob ihr Glas zum Nachthimmel.
"Frohe Weihnachten", piepste eine zarte Stimme hinter ihr.
Erschrocken drehte sich Frau Olsen um. Also hatte sie sich doch nicht getäuscht. Es war noch jemand im Raum, auch wenn sie niemanden sah! Ihr Herz schlug aufgeregt.
"Ich sagte ... Frohe Weihnachten!" Wieder die zarte Stimme, diesmal aber sehr energisch.
"Ist da jemand?", fragte Frau Olsen vorsichtig.
"Guten Abend, Frau Olsen und noch einmal: Frohe Weihnachten!"
"Wer ist da?" Auch wenn sie nicht an Geister glaubte, es war gespenstisch.
"Du hast Besuch", kicherte jemand vergnügt, "hier, bei dir im Zimmer."
"Wo bist du?"
Noch immer war sie allein im Raum.
"Sieh doch zum Tisch. Ja, so ist es richtig! Komm näher, noch näher."
Vorsichtig ging Frau Olsen zum Wohnzimmertisch. Nur die Christrose stand darauf, doch sie leuchtete geheimnisvoll, als läge ein Zauber über ihr.
"Und nun, sieh hin", führte sie die Stimme weiter, "sieh ganz genau hin."
Frau Olsen beugte sich über die Blume und fuhr erschreckt hoch. Nein, das konnte nicht sein!
Leises Lachen war zu hören.
"Es ist schon in Ordnung, sieh noch einmal her."
Eine winzige Gestalt, nicht größer als Frau Olsens kleiner Finger, stand zwischen den Blütenstängeln, Ein zartes rundes Gesichtchen und lange Locken, die bis über die Schultern fielen. Sie trug ein rotes Seidenkleid mit engem Mieder und einem weiten bauschigen Rock, der ihr bis zu den Knöcheln reichte. An den Füßen trug sie winzige Schuhe aus rotem Samt und auf ihrem Rücken waren zwei seidige Flügel. Der Schimmer aber, der nun den ganzen Raum erleuchtete, schien von dem goldenen Stab zu kommen, den sie in einer Hand trug. Noch nie in ihrem Leben hatte Frau Olsen etwas so vollendet Schönes gesehen.
"Hallo!", sagte die kleine Person und strahlte Frau Olsen an, "da bist du ja endlich. Das hat ja auch lange genug gedauert."
Frau Olsen sank sprachlos in einen der Sessel vor dem Tisch.
"Ja", sagte die Kleine, "setz dich erst einmal hin. In deinem Alter kann man Überraschungen nicht mehr so gut vertragen. Das kenne ich. Und stell bitte das Glas ab, sonst verschüttest du noch alles."
Jetzt erst merkte Frau Olsen, dass sie noch immer das Glas in der Hand hielt. Ihr Herz klopfte wild vor Aufregung.
"Wer bist du?", fragte sie atemlos.
Die kleine Person lächelte zufrieden, dann kletterte sie zwischen den Blütenstängeln hindurch bis zum Rand des Blumentopfes. Behaglich nahm sie dort Platz und sah sich um.
"Schön hast du es hier, Frau Olsen, wirklich, es gefällt mir sehr gut. Ich bin froh, heute Abend bei dir zu sein."
"Ab... aber", stotterte Frau Olsen hilflos.
Ein Lächeln antwortete ihr.
"Ich heiße Samantha, aber du darfst Sammy zu mir sagen. Ich bin ...", sie machte eine kunstvoll kleine Pause, "... ich bin dein Weihnachtsengel."
"Aber ...?" sagte Frau Olsen noch einmal und sah Sammy fragend an. Das Ganze war unglaublich.
"Du darfst mich anfassen, ich bin wirklich hier."
Frau Olsen hob vorsichtig einen Finger und strich behutsam über Sammys goldenes Haar. Es knisterte leise unter ihrer Berührung und die Kopfhaut war warm. Sie war echt. Es war ein Wunder.
"Woher kommst du, Sammy?"
"Aus der Christrose. Du selbst hast mich herein getragen."
"Ach! Du meinst, in jeder Christrose auf dem Markt gibt es einen Weihnachtsengel wie dich zu kaufen?", rief Frau Olsen. Sie war enttäuscht, ja, sie fühlte sich beinahe ein wenig betrogen.
"Natürlich nicht!" Samantha schüttelte streng den Kopf. "Uns findet ihr Menschen nur, wenn euch jemand überraschend so eine Blume schenkt, weil er euch mag. Und ... wenn ihr ganz viel Glück habt."
Das gefiel Frau Olsen schon viel besser.
"Was kann ich für dich tun, Sammy?", fragte sie.
"Nein, nein!" Sammy lachte glockenhell. "Das ist meine Frage. Ich bin die Weihnachtsfee. Was kann ich für dich tun, Frau Olsen?"
War sie vorhin traurig gewesen? Hatte sie wirklich vor Kummer geweint? Frau Olsen konnte es sich nicht mehr vorstellen. Wie aufregend alles plötzlich war und wie schön.
"Du meinst, ich darf mir etwas wünschen? Ist das so?", fragte sie aufgeregt.
Sammy nickte strahlend.
"Und wie viele Wünsche habe ich frei? Drei?"
"Oh nein!", wehrte Sammy ab. Wir haben Weihnachten und da will jeder etwas Schönes bekommen. Einen Wunsch für jeden, das ist genug", belehrend fuchtelte sie mit ihrem goldenen Stab durch die Luft. "Überlege es dir genau, was du haben möchtest, Frau Olsen. Lass dir Zeit und dann sprich es laut aus!"
Frau Olsen brauchte keine Zeit zum Überlegen, nicht einmal eine Sekunde. Hatte sie doch nur einen Wunsch.
"Ich wünsche mir, Sammy, dass meine ganze Familie heute Abend zum Weihnachtsfest zu mir kommt!"
Still saßen die beiden sich gegenüber und sahen sich an.
"Das ist dein Wunsch?", fragte Sammy endlich.
Frau Olsen nickte und ihr Herz begann schon wieder vor Aufregung zu klopfen. Sammy sprang vom Rand des Blumentopfes, lief über die Tischplatte auf Frau Olsen zu und hielt ihr den Goldstab hin.
"Du musst ihn berühren!", flüsterte sie aufgeregt. "Berühre ihn und wiederhole in Gedanken deinen Wunsch."
Frau Olsen tat es. Die Kerzen im Raum flackerten, die Zweige in der Vase begannen zu wachsen, bis sie zur Zimmerdecke reichten, es wurde dunkel, dann loderte das Kaminfeuer hell auf und, obwohl alle Fenster fest verschlossen waren, fegte ein Windstoß durch den Raum und mit dem Wind kamen wunderbare Düfte. Es roch genau so wie früher, als sie alle zusammen Weihnachten gefeiert hatten. Es roch nach Bratäpfeln, Gänsebraten, Lebkuchen und Weihnachtsplätzchen. Ilsas schwere Schritte waren aus dem Speisezimmer zu hören, sie deckte wohl den großen Tisch, nun ging sie in die Küche, klapperte laut mit Geschirr, öffnete Herdklappen und schloss sie wieder, und nun sang sie ein Weihnachtslied, so inbrünstig wie nur sie es konnte. Aber bevor Frau Olsen Zeit hatte, sich darüber zu wundern, hörte sie von draußen Pferdegetrappel und Räderrollen. Eine Kutsche fuhr den Hügelweg herauf und hielt vor dem Gartentor. Rufe waren zu hören, Kinderlachen, jetzt eilige Schritte auf dem Kies und ein Baby schrie.
"Du solltest aufmachen, Frau Olsen", flüsterte Sammy lächelnd, "du hast Besuch."
"Frohe Weihnachten, Großmutter!", riefen ihre vier Enkelsöhne und rissen sie in ihrer Umarmung fast zu Boden. Dann liefen sie polternd zu Ilsa in die Küche.
"Frohe Weihnachten, Mutter", lachte Laura und überreichte Frau Olsen strahlend ein rosafarbenes Bündel. Christopher, Lauras Mann winkte ihr zu und hob Pakete aus der Kutsche.
"Ich verstehe es nicht!", rief er ihr zu. "Wir haben den ganzen Tag von dir gesprochen und jetzt sind wir hier! Kannst du zaubern, Mutter?"
Sie gingen gerade ins Haus, als noch eine Kutsche in den Hügelweg einbog und bergauf fuhr. Noch bevor sie hielt, öffnete sich eine Tür und ein junger Mann sprang heraus. Tim!
"Ha! So eine Überraschung! Eben noch sitze ich in meiner Kabine und jetzt bin ich hier! Was war das? Zauberei? Und alle sind da! Versteht ihr das?" Fragend sah er die anderen an.
"Ach, was soll's!", rief Tim und hob die kleine Frau Olsen hoch in die Luft, während der Kutscher einen großen Reisekorb vom Kutschendach hob und ins Haus trug. "Geschenke aus der ganzen Welt für euch! Ach, es ist ja so schön, hier zu sein. Ich habe euch ja so vermisst!"
Es hatte angefangen zu schneien. Wie verzaubert standen sie ein paar Augenblicke still und sahen in die Winternacht.
"Brrr, ist das kalt! Das habe ich ganz vergessen", lachte Tim.
"Dann kommt schnell herein, meine Lieben. Es ist warm und Ilsa hat uns ein wunderbares Weihnachtsessen gekocht."
"Oh ja, Ilsas Weihnachtsessen, davon träume ich schon seit Tagen!" Tim legte liebevoll eine Hand auf Frau Olsens Schulter und führte sie ins Haus.
Der Druck auf ihrer Schulter verstärkte sich, jetzt rüttelte sie jemand sanft.
"Aber Frau Olsen!", rief Ilsa erstaunt, "was machen Sie denn hier im Sessel? Haben Sie etwa die ganze Nacht hier geschlafen?"
Frau Olsen setzte sich verschlafen auf. Sie brauchte ein paar Augenblicke, um zu sich zu kommen. Tatsächlich, sie saß im Wohnzimmersessel. Was war geschehen? War sie von der langen Feier gestern Abend zu müde gewesen, noch oben in ihr Bett zu gehen und jemand hatte ihre Decke über sie gelegt?
"Und Sie haben überhaupt nichts gegessen!", rief Ilsa aus der Küche. Das stimme nicht. Frau Olsen erinnerte sich ganz genau an das Weihnachtsessen, an den knusprigen Gänsebraten und all die anderen Köstlichkeiten, die sie zusammen mit ihrer Familie gegessen hatte. Überhaupt, ihre Familie! Wo waren sie alle? Vier Jungen und ein Baby machten doch einen höllischen Lärm und Unordnung, oder? Sie sah sich erstaunt um. Es war still im Haus und der Wohnraum sauber und glänzend, viel zu ordentlich nach der großen Weihnachtsfeier von gestern Abend. Sie warf die Decke beiseite, sprang auf und lief nach oben, zu den Schlafräumen. Sie waren leer, alle Betten unberührt. Was war nur geschehen? Ratlos ging sie in die Küche.
"Wie war dein Weihnachtsabend, Ilsa?", fragte sie vorsichtig.
"Schön". Die gute Ilsa strahlte. "Es war so schön. Wir haben die halbe Nacht geschwatzt. Und dann habe ich auch noch so gut geschlafen und geträumt. Sie sind auch darin vorgekommen."
Nur ein Traum? Der wunderbare Weihnachtsabend, nur ein Traum? Enttäuscht ging Frau Olsen zurück ins Wohnzimmer. Und da fiel ihr Sammy wieder ein. War auch sie nur ein Traum gewesen? Sie beugte sich erwartungsvoll über die Christrose. Aber da war niemand. Keine winzige Person versteckte sich zwischen den Blütenstängeln. Liebevoll strich Frau Olsen über die zarten Blüten. Dann lehnte sie sich zurück und betrachtete träumend den Tisch. Und wenn schon, war es auch nur ein Traum, er war so schön gewesen!
Sonnenlicht fiel durch die Gardine auf den Tisch und sie musste blinzeln. Auf dem dunkel glänzenden Holz blitzte es golden. Atemlos beugte sich Frau Olsen darüber und sah genauer hin. Ein winziger goldener Stab lag auf der Platte und fing alles Licht in sich auf. Behutsam hob sie ihn auf und barg ihn in ihrer Hand. Es war Sammys Weihnachtszauberstab.



Eingereicht am 09. März 2005.
Herzlichen Dank an den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

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