Seele
Eine Kurzgeschichte von Tillman Fassnacht
Als Herr Magnus Derrick, jener der sich öfters selbst hasste, sich unterbewusst
verachtete, einen Hass auf die auf die ganze Welt verspürte und somit von
außen immer als Narzisst wahrgenommen wurde, die Augen aufschlug, war
alles schwarz um ihn herum. Der ehrenwerte Herr konnte nicht einmal seine
Hände erkennen, obwohl er mit ihnen Zentimeter vor seinem Gesicht
herumfuchtelte. Eine Schwärze hatte Einzug gehalten, die mit nichts zu
vergleichen war, was Herr Magnus je wahrgenommen hatte. Herr Magnus machte
einige Schritte nach vorne und spürte schon seinen Körper an kaltem Beton
kleben. Er machte einige Schritte zurück bis sein Rücken gegen kalten Beton
stieß. Der Narzisst machte einen kleinen Satz nach oben und hatte sich schon
eine mittelgroße Beule auf seiner Glatze eingeholt, nachdem sein Kopf
gegen kalten Beton geprallt war. Als plötzlich ein warmer Bach einer
Flüssigkeit in Herrn Magnus` Mund lief und er einen süßlichen Geschmack
vernahm, wusste er, dass zu allem Überdruss die Wunde auch noch
aufgebrochen war. Stunden später, auf der Wunde hatte sich schon eine
Kruste aus Blut gebildet, war Herr Magnus Derrick schon der Verzweiflung
nahe, er dachte: Gibt es für mich einen Ausweg aus diesem schwarzen Loch?
Es gab keinen, niemals wieder, nicht einmal der Tod fand jemals einen Weg
zu Magnus Derrick hinab.