Das Hasenmädchen Frederike
Von Rosemarie C. Barth
Weit draußen auf den sonnigwarmen Osterwiesen lebte einmal ein kuschelweiches kleines Hasenmädchen mit einem großen Herz. Es hieß Frederike und war ein fleißiges Osterhasenmädel. Frederike half ihrer Hasenmutti beim Osterbraten zubereiten. Sie band mit einem rosaroten Seidentuch ihre langen Hasenohren hoch und begann für alle, die sie gerne mochte, pikante Ostergerichte und köstliche Eiersoßen zu kochen. Sie briet und dünstete so lange, bis der Küchenherd glühte und unter der Bratenlast schwer ächzte.
"Was sollen wir jetzt tun? Wir haben noch so viel zu braten und zu kochen", jammerte die Hasenmutter Maribell, "wie sollen wir alles fertig haben bis zu den Osterfeiertagen?"
"Sei nicht traurig, gute Mama", erwiderte Frederike, "ich werde schon jemanden Liebes finden, der uns helfen kann!"
Blitzschnell nahm sie ihre allerleckersten Hasenrezepte, steckte sie in die schneeweiße Kochschürze und hoppelte davon über Wiesen und Wälder, über Stock und Stein, bis ihr feines Hasennäschen ein aromatisches Bukett witterte. Der Hauch von rosmarinduftiger Soße und Safransuppe fächelte durch die Frühlingsluft.
"Das riecht ja wie bei Mama Maribell - hier muss ich richtig sein!", jubelte das Hasenmädchen und hoppelte fröhlich weiter bis nach Osterburg. Sie hangelte sich an einem Fenster hoch und sah, dass ein Hasenjunge eifrig einen Kochlöffel schwang. Das muss ein fleißiger Bursche sein, dachte Frederike und klopfte an das österlich geschmückte Fenster. Der Hasenjunge drehte sich zu ihr um, ließ seinen Holzlöffel fallen und hüpfte neugierig zum Fenster. Kaum hatte er es geöffnet, war Frederike auch schon in die Küche gehopst und an den Herd gerückt. Sie lächelte glücklich, als Joringel, der lustige Hasenbub ihr erlaubte, die deftigen Osterspeisen und Eiersoßen bei ihm kochen zu dürfen. Joringel half kräftig mit, und nach einigen Stunden hatten sie es geschafft. Dann packten sie Schüsseln, Pfannen, Näpfe und Töpfe auf einen Bollerwagen und zogen ihn zur Hasenmama Maribell.
Doch unterwegs zwischen Wiesen und Wäldern, über Stock und Stein hatten sich die beiden Osterhäschen ineinander verliebt und waren von nun an unzertrennlich. Ja - und jedes neue Osterfest bereiten sie nun gemeinsam mit Hasenmama Maribell vor.
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Eingereicht am 06.März 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin.
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