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In den Club hinabtauchen

Peter Nathschläger


Tauchen
kann ich jetzt.
Ich gehe hinunter
und warte
auf schwarze Farben
und flüssigen Bass.

Hier ist das Geld, mein Lieber
hier ist die Treppe, ich
taste mich an
schwarz getünchten Wänden
in neue, heimliche Sphären.

Ich weiß, wofür die Treppe
daist, und die Wände, das weiß
ich auch.
Sie verschmelzen den Tauchgang
zu maritimer Finsternis.

Ich tauche in klare Atome
und blaues Licht, Basswellen
spülen mich in den Bauch
der nächtlichen Havarie,
die
Bewohner des Wracks ziehen
an mir vorüber wie eine
endlose Prozession an Vielfalt
und Schönheit und
leben
tun sie auch.

Ich habe die Rüstung aus Leder
übergezogen und meine
Tauchermaske ist weiße Chemie,
die absurden Schürstiefel
geben mir halt wie auch
das obszöne Shirt, mein
Bauchnabel ist frei und das dritte
Auge, das nichts sieht, aber
gesehen werden will,
blinzelt.

Ich weiß nicht mehr warum
ich hierher kam und welchen
Zweck diese Übung hat -
Geisterhaft bleiche Gesichter
driften aus toten Winkeln
in die Wahrnehmung
kurz,
und lassen sich anzüglich
von den Schatten ablecken.

Der Klang in den Wänden ist
ist hart und ungerecht gleich
einer Strömung unter Wasser, immer
in Bewegung und klar ohne
Ziel.

Ich bin es. Wir sind hier
austauschbar jeden Abend und
im dunklen Glanz gebunden, wir
sind, wie wir sind, feige oder mutig
hinabgetaucht, unsere Gesichter
starren weiß und tot hinauf in
das Licht des Tages, den wir hassen und
in der Tiefe aussperren.

Er ist jünger und schöner
als wir, vollendeter indem
was er ist und nicht vorgibt
zu sein.

Wenn ich die Tiefe verlasse
werde ich erkranken und
das Licht hassen, das so
unbarmherzig Wunden bloßlegt
und mich knallend zurückholt.

Aus Clubs auftauchen ist
kein Segen, zuviel hängt ab
von den Plutoniumblicke
verstrahlter Jungs, wohlwissend,
das die gnadenlose Brandung
des Morgenlichts auch sie
hochspülen wird und sie
sich wieder finden, wir uns
wieder finden.

Wie an den Strand gespülte Quallen,
unansehnlich und nur
geduldet an den Gestaden
des funkelnden Tages.




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Eingereicht am 8. Juli 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.