Gedichte Lyrik
Lyrix Poesie
Der Jägersmann
Sabine Liefke
Ein Jäger wandert durch den Wald,
sein Ruf von Bergen wiederhallt.
Freudig geht er auf die Pirsch,
im Busch erspäht er einen Hirsch.
Die Spannung steigt, er schleicht sich ran.
Der Hirsch fängt ruhig zu äsen an.
Welche Anmut, welch ein Stolz
unwissend steht im Unterholz.
Ihn zu schießen? Eine Schande!
"Wirklich grausam", denkt er am Rande.
Den Jäger überkommen Zweifel,
"Warum mach ich das, zum Teufel?
Es ist doch schöner zu genießen,
den Anblick wie die Blumen sprießen.
Wie Büsche, Farn und Bäume wachsen,
wie Frischlinge durchs Dickicht staksen.
Wie Frösche quaken, Grillen singen,
wie Hasen über Felder springen.
Keine Trophäe an der Wand
ist so schön wie Gottes Land!"
Eingereicht am 8. Juli 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.