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Das bisschen Haushalt ...

Helmut Streit


Mein Schatz!
Du schriebst mir einen besorgten Brief,
beruhig` dich, zu Haus läuft fast gar nichts schief!
Ich habe sogar das Kochen gelernt
und bin vom 5-Sterne-Koch nicht mehr weit entfernt.
Nur zweimal kam`s vor, daß nach dem Genuss
man mir in der Klinik den Magen auspumpen muß.
Beim Bratkartoffel machen tat eine Frage mich quälen:
Du Schatz, muß man da die Kartoffel vorher schälen?
Die Pfanne hab` ich auf höchste Stufe erhitzt,
bin schnell mal zum Brötchenholen geflitzt.
Nach zwei Stunden zurück war die Pfanne geschmolzen,
dass die sowenig aushält; das ist schon ein Bolzen.
Gut, dass ich die Küche wieder enträuchert habe,
nur, die Katze hustet und ist schwarz wie ein Rabe.
Sie lässt sich inzwischen fast gar nicht mehr blicken,
hört sie Pfannengeklapper tut sie sich verdrücken.
Sag mal, wie war das beim Eierkochen gleich?
Sie waren nach einer Stunde noch immer nicht weich.
Leichte Probleme hat die Gulaschdose ergeben;
der Saft blieb in der Mikrowelle kleben.
Die Mikrotür wurde durchs Fenster geschleudert,
aber am schlimmsten hat Herr Bauer einen Stock höher gemeutert.
Die Druckwelle katapultierte die Dose nach oben
bei uns ein Loch in der Decke,
bei ihm hat sich das Parkett gehoben.
Ich hab bei seinem Gezeter gekichert:
Gott sei Dank, wir sind ja versichert.
Omas Porzellan sah doch sehr stabil aus,
aber 1000 Umdrehungen in der Waschmaschine
machten Bruchgeschirr draus.
Du, was kann man mit angebrannten Kartoffelbrei tun?
Ich heb` ihn auf bis du kommst, solang kann er ruh`n.
Mit Tomatenketchup hab`ich den Teppich versaut,
doch ich hab`unserm Nitroverdünner vertraut ...
Das Kühlschrank abtauen ging schnell und leicht,
das hab ich mit Abkratzen und dem Meißel erreicht.
Doch komisch, jetzt heizt er und kühlt nicht mehr.
Das Fleisch ist gut durch und der Sekt sprudelt sehr.
Als ich gestern die Kaninchen füttern wollte,
fiel die Kerze um und eine Feuerwalze rollte.
Ich rief deine Mutter an, wollte Hilfe erhoffen,
dabei hat sie leider der Schlag getroffen.
Die Beerdigung war gestern, ich hab` dir nichts gesagt,
dich auf der Kur aufzuregen hab` ich nicht gewagt.
Jetzt genieß` deine Kur noch sorglos und heiter,
wenn du bald wieder heim kommst, erzähl` ich dann weiter.
Ich grüße dich, sei berechtigt stolz
auf deinen Hausmann aus besonderem Holz.




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Eingereicht am 29. Juni 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.