Schicksal eines Patrioten
© Kitano
Graue Wolken hingen am Himmel, als der Junge in einem Hinterhof einer Kaserne erschossen wurde. Wasserpfützen bildeten sich auf dem Boden. Die Fenster der Kaserne waren zugenagelt. Auf dem Boden lagen gelbe, tote Blätter. Es regnete stark. Der Junge hatte Angst und seine Beine zitterten.
Er fiel auf den nassen Boden. Seine Kleidung saugte sich mit Wasser voll.
Die Soldaten richteten ihn wieder auf. Er fiel wieder hin. Der Offizier beschloss den Jungen auf dem nassen Boden zu erschießen.
Der Hall der Schüsse hörte man bis ins Nachbardorf.
Der Junge hieß John Logan. Er war 16 Jahre alt.
Über den Wolken kam die glutrote Sonne zum Vorschein.
Als John Logans Bruder aufhörte zu schreiben machte sich anfangs niemand sorgen. Erst als die zweite Woche ohne Nachricht verstrich begann man sich Fragen zu stellen über den Verbleib des Familienhelden. Er war einer der ersten die ihre Familie verließen als feindliche Truppen das Land angriffen und ihr eignes Leben für das Wohl aller riskierten. Und nun wurde langsam jedem klar dass ihr unbesiegbarer Held tot oder noch schlimmer gefangen genommen worden war .
John Logan hatte Angst aber er wusste was von ihm erwartet wurde. Er packte seine Koffer einem Monat nach dem letzten Brief seines Bruders. Er küsste seine Mutter auf die Stirn , umarmte seinen todkranken Vater und reiste ab .
Der Junge hielt das Mädchen in seinen Armen. Der Wind zerzauste ihr Haar. Er wusste er musste sie verlassen. Er hielt ihre kalte Hand, roch ihr Shampoo, drückte sie an sich. Er wusste nicht ob er sie wieder sehen würde. Das Mädchen weinte. Ihre Tränen vermischten sich mit der Schminke auf ihren Wangen. Nie war wie schöner.
John Logan küsste die Hand des Mädchens das er liebte, stieg in den Zug und verließ sie.
Das Abteil war menschenleer. John Logan sah aus dem Fenster hinaus aufs offene Land. Er wagte es nicht nach ihr zu sehen. Dunkle Wolken türmten sich am Horizont. Es würde bald regnen. Auf den weiten Feldern entdeckte er eine einzelne Trauerweide, die vom Wind gepeitscht Abschied winkte. Sein Vater lag zuhause im Bett, todkrank. John Logan vertraute darauf dass sie ihn pflegte und ihm in seinen letzten Stunden beistand.
Als er ihm seinen Beschluss mitteilte an die Front zu gehen sagte sein Vater nur ein Wort: Danke .Und John Logan wusste er tat das richtige. Sein Vater war stolz auf ihn.
Die Fahrt war lang und der Zug laut und unbequem .Der Regen prasselte unablässig gegen die Fenster. John Logan schlief und träumte vom Mädchen das er liebte.
Als die Kugel ihn traf, dachte er nicht nach, er spürte bloß Schmerz und fiel zu Boden. Seine Beine waren vom Schock gelähmt. Tränen rannen über sein schlammbespritztesGesicht. Laut schreiend lag er im Dreck und Blut seiner Brüder und wartete auf Erlösung .
Der Tot kam nicht, dafür aber feindliche Soldaten. John Logan zwang sich stumm zu sein aber der unendliche Schmerz, tobte durch seinen Körper wie ein wildes Tier. John Logan schrie und weinte bis er in Ohnmacht fiel.
Das Erschießungskommando bestand aus 4 Soldaten, kaum älter als er. John Logan wusste nicht wo er war. Verschwommen nahm er den kalten Regen auf seiner Haut war. Sein linkes Bein war taub. Er taumelte hin und her. Schließlich lies er sich auf den nassen Boden fallen.
Als 4 Kugeln ihn durchbohrten und seine Eingeweide zerfetzten, zuckte sein Körper nur einmal leicht zusammen.
Das Blut vermischte sich mit dem Regen. Einem kleinen Fluss gleich strömte es in die Abwasserkanäle und die 4 Soldaten gingen in die Kantine. Es gab Kohl mit Kartoffelbrei.
Seinen Bruder hatte John Logan nie gefunden.
Eingereicht am 02 April 2006.
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