Abenteuer im Frisiersalon. Kurzgeschichten aus dem Internet. Edition www.online-roman.de  Dr. Ronald Henss Verlag, Saarbrücken.  160 Seiten 10 Euro ISBN 3-9809336-0-1
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Bei jedem Schnitt - Liebe

© Conny Claussner


Nun hatte es Sylvia in der Tasche. Einen neuen Beruf: Friseuse. Sie hatte sich eben noch mal hingesetzt und umgeschult. Erst wollte sie Kosmetikerin werden, doch dann ergab sich diese einmalige Chance bei dieser Friseurkette.
Sylvia liebte aber lange Haare, besonders bei Männern. Ihr war es ein Grauen, Haare zu schneiden. Und doch hat sie diesen Beruf gelernt. Heute war ihr erster großer Tag in dem modernen Friseursalon. Ihre erste Kundin war eine ältere Dame.
"Was darf es sein", fragte Sylvia freundlich.
"Färben und schneiden", kam die prompte Antwort.
Sylvia begann ihre Arbeit. Nach 2 Stunden sah die Dame super gut um den Kopf aus. Graubläulich schimmerten ihre Locken, die wie eine Eins geformt lagen. Die Frau schien sehr zufrieden und ging freudestrahlend zur Kasse bezahlen. Sylvia bekam ein dickes Trinkgeld.
Sylvia hatte richtige Angst, einen Mann bedienen zu müssen. Ängstlich sah sie in die Runde, der wartenden Kunden. .Da saßen als nächstes ein junges Mädchen und ein Mann. Das junge Mädchen schnappte sich eine Friseurin, die schon länger in dem Laden arbeitet. Sie schienen sich zu kennen.
Sylvia blieb an diesem ersten Tag der Mann. Er hatte schöne lange schwarze Haare. Die gepflegt weit über den Nacken vielen. "Was darf es sein?", fragte Sylvia mit klopfenden Herzen.
Der Mann sah sie mit seinen blauen Augen gequält an. "Abschneiden", brummte er missmutig. Sylvia erschrak .
Sie zitterte, als sie prüfend durch die Haare des Mannes fasste. Sie waren sehr dicht und schön. "Wie wollen Sie denn ihre Haare?"
"Hinten kurz , das Deckhaar länger."
Sylvia versuchte ihn zu überzeugen, dass er sich bloß die Spitzen schneiden lassen soll.
"Sie haben doch so schöne Haare, es wäre wirklich schade darum "
Der Mann sah sie verständnislos an. "Sie sind die erste Frau, die mir so ein Kompliment macht". Er überlegte, genoss scheinbar, wie Sylvia fast zärtlich die langen Haare des Mannes durch ihre Finger gleiten ließ. Er lächelte sie nun durch den Spiegel ganz lieb an." Na gut. Sie haben Recht. Machen Sie mit meinen Haaren was sie wollen", sagte er nun.
Sylvia wusch, kämmte, und schnitt. Sie schnitt sie nur oben etwas kürzer. Und an den Seiten. Hinten schnitt sie nur die Spitzen gerade. Dann fönte sie die Haare Er sah sehr gut aus. Und diese blauen Augen, tief blau, wie das Meer!
Zum Verlieben Sie zupfte die langen Nackenhaare zurecht, bis sie in einem eleganten Schwung auf den Kragen seines Hemdes lagen. Er hatte die ganze Zeit die Augen geschlossen gehalten.
Während er sanfte Hände auf seinem Kopf spürte, träumte Bernd von ihr. Stellte sich vor, wie er sie küssen würde. Sie hatte einen Mund zum Küssen und ein Lächeln, wie von einem Engel. Er war ein guter Beobachter, was Frauen angeht. Und er sah sofort, dass sie wohlgeformte Brüste hatte, die unter ihrem seidenen Top zu erahnen waren. Bernd war noch nie so einer Frau begegnet. Insgeheim hoffte er, sie würde nie aufhören, seine Haare zu schneiden, so wohlig warm es ihm ums Herz.
Sie sagte nun mit ihrer melodisch klingenden Stimme "So fertig" und reichte ihm einen Spiegel.
Er betrachte weniger seine Haare, die nun wirklich schön und glänzend in seinen Nacken hingen. Nein, er sah, wie erstarrt auf die Frau. "Mein Gott sie hat grüne Augen", dachte er entzückt.
"Gefällt es Ihnen so", fragte ihre schöne Stimme.
Er stand auf. Sah ihr tief in die Augen. Sie lächelte.
"Schön", sagte er, "sehr schön".
Erst wollte er ihr ein Trinkgeld geben. Suchte nervös nach Kleingeld in seiner Hosentasche. Doch er fand kein Kleingeld. Sie stand zum Greifen nahe ihm gegenüber. Er roch den Duft ihrer rötlichen Lockenpracht, die sich auf ihre Schultern ergossen. Locker und doch bis ins letzte Haar gestylt. Er war wie von Sinnen, als er sie in seine Arme riss und vor allen Leuten küsste. Sylvia wehrte sich nicht mal, sie war von diesem Mann genauso fasziniert.
Alle gafften .Wie erstarrt, schien der Friseursalon zu sein.
"Ist das jetzt die neue Form von Trinkgeld?", fragte die Chefin jetzt schnippisch.
Bernd zahlte an der Kasse, wechselte Kleingeld. Dann stürmte er zu Sylvia drückte ihr seine Visitenkarte in die Hand und 5 Euro.
"Ich liebe dich", flüsterte er und verschwand.



Eingereicht am 05. Januar 2005.
Herzlichen Dank an den Autor / die Autorin.
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