Abenteuer im Frisiersalon. Kurzgeschichten aus dem Internet. Edition www.online-roman.de  Dr. Ronald Henss Verlag, Saarbrücken.  160 Seiten 10 Euro ISBN 3-9809336-0-1
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Haare zum Hassen und zum Verlieben

Eine Kurzgeschichte von Sandra Butz


Es war einmal ein Troll, mit dem Namen: Zotti.
Er hatte langes Haar, das 5 Meter in die Höhe ragte und das ihn immer daran hinderte, wie andere, ganz normal und ohne sich zu ducken in die Kaufhäuser zu gehen.
Zotti hatte es satt, immer von anderen angesehen zu werden und aufzufallen.
Das Haareabschneiden zeigte bei ihm keinerlei Erfolg - umso mehr er seine Haare abschnitt, umso mehr wuchsen sie.
Es war ein Gräuel, das ihn immer von der Gesellschaft unterschied und Aufmerksamkeit auf ihn zog.
Warum hatte gerade er so langes Haar, das man nicht bändigen konnte??
Seine Freunde kamen auch immer seltener zu ihm nach Hause, in sein extra hoch gebautes Haus.
Er wollte nicht auch noch Zuhause an seine Haarpracht erinnert werden.
Und so fing er an, seine roten wuscheligen Haare von Tag zu Tag immer mehr zu hassen. Zotti fiel immer mehr in das Loch der Einsamkeit und Traurigkeit hinein und drohte unterzugehen.
Bis es eines Tages an seiner Türe unverhofft klingelte.
Als er müde und ausgelaugt die Türe öffnete, stand vor ihm eine Trolline.
Eine Trolline???
Ja, unübersehbar trug sie lila farbenes in die Höhe gewachsenes Haar auf ihrem Kopf.
So, wie er, Zotti.
Er blickte sie an, als würde er träumen und war wie gelähmt.
Zotti war also doch nicht der Einzige mit solch auffallendem Haar.
Sie hatten durch Zufall zueinander gefunden.
Eigentlich wollte Trolline, Dickyfun, nur ein Paket an Zotti ausliefern, aber diese Begegnung sollte für immer währen.
Nun hatte Zotti eine Freundin - und Dickyfun einen Freund.
Jetzt waren sie nicht mehr alleine und vermochten über das Lästern der anderen darüber stehen.
Nicht jeder hat solch eine schöne Haarpracht auf dem Kopf.
Was einst gehasst wurde - wurde jetzt geschätzt - denn keiner - keiner ist gleich .
Niemand muss alleine sein - denn es gibt viele, denen es auch so geht - die einsam sind.
Die, die diese Ungleichheit nicht akzeptieren - sollte man links liegen lassen - und sich an dem auffallend anderen erfreuen und es selbst akzeptieren lernen.
Erst dann kann man erwarten, dass es auch andere akzeptieren, die nicht so sind oder die dieses Ungewöhnliche nicht haben.
Stimmts???!!!




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Eingereicht am 27. Januar 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin.