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Lyrix Poesie
HEILAND
Didier
Ich kannt' einen Bettler,
zerlumpt, bettalarm,
mit wüstem Gesicht
und halb schon im Grab.
Verkauft Trödelkram,
ein Spiegel liegt da...
Brüsk wend' ich mich ab.
Ein Blick machte klar:
Der Bettler bin ich!
Ich kannt' einen Reichen:
Stets vornehm und fein,
so zeigte er sich,
obschon schwer entstellt -
die Weste nicht rein,
nicht mehr als ein Fetzen -
durch Gier nach dem Geld.
Da lähmt mich Entsetzen:
Die Weste trag' ich!
Ich kannte 'ne Hure,
verkauft und missbraucht.
Schon längst kann sie sich
nicht sehn mehr und flieht,
ist untergetaucht
im Dunkel der Nacht.
Doch einer, der sieht,
nährt bösen Verdacht:
Die Hure bin ich!
Ich kannt' einen Retter,
zerschlagen, gequält,
verhöhnt noch dazu,
der meiner gedacht.
Von Wundern erzählt
des Herrn hat man mir,
vom Sieg über Nacht,
und Elend und Gier.
Der Retter bist du!
Eingereicht am 8. Oktober 2004.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise,
bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.