Onkel Edgar
Kirstin Kroneberger
mund leicht geöffnet, die lippen ein bisschen zu weit auseinander und voller glanz... so saß sie da.
ein kindliches und unbeflecktes gesicht.
doch du wußtest, daß das nicht so ganz stimmte.
auf mamas schoss.
das machte sie gern vor dir...
"onkel"!
und wie sie den wind mochte.
flatterndes röckchen... so unschuldige blaugefleckte knie.
man verletzt sich nicht nur auf spielplätzen...
sie nahm ihre kuchengabel, ließ sie in der sonne blitzen, leckte sie so langsam, so genüsslich ab... drehte sie im mund und ließ dabei dich und die mitte deines körpers nie unbeobachtet.
und sie schaffte es,
sie schaffte es immer.
diese kindliche, ehrliche bösartigkeit mit allem zu spielen was zu spielen bereit ist.
der flaum auf ihrem gesicht, der samt welcher von deinen fingern berührt werden wollte.
mama redet und redet
und sie bekommt ihre antworten
ein gewäsch von details die nie zum aussprechen gedacht waren dringt an dein ohr und wird nicht eingelassen
nichts trifft dich im moment
man könnte dir das bein annagen, dir hackfleisch auf den kopf setzen...
du idiot!
sie wird älter,
wird ein weib werden
du aber
als beschützer
wirst sie dem verfall entreißen
was du bist
GUT, nur gut zu ihr