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Kurzgeschichte Kurzgeschichten

Erna lernte Jonni im Krieg 1943 kennen

© Erna Landsknecht


Deutschland befand sich seit 1939 im Krieg mit Polen und anschließend mit den Russen. Etwas später mit den Franzosen und seinen verbündeten Engländern und den Amerikanern.
Die Deutsche Wehrmacht kämpfte verbissen an allen Fronten. Ganz besonders hart wurde an der Russischen Ostfront gekämpft. Die Deutschen Soldaten lieferten sich teilweise einen auswegslosen Kampf. Dabei zogen sie sich immer mehr von der kämpfenden Front zurück.
Die Russen waren an Soldaten weit in der Überzahl. Und auch an Kriegswaffen waren sie gut und zum Teil besser ausgerüstet als unsere Deutsche Wehrmacht es war. So wurde auf beiden Seiten grausam gekämpft.
Im Krieg wurde meistens danach nicht gefragt, da hieß es "Du oder Ich". Jeder Soldat ob Feind oder Freund kämpfte ja um sein nacktes Überleben.
Außerdem waren die Russischen Soldaten für den kalten Winter besser eingekleidet. Dass der Russische Winter so grausam und kalt sein sollte, das hatte man bei der obersten Heeresführung nicht mit eingeplant. Es kam ihnen nicht in den Sinn, dass unsere Soldaten erfrieren könnten. Dieses konnte man bei den zurückziehenden Soldaten deutlich erkennen. Aber sie mussten weiter kämpfen und das oft genug Mann gegen Mann.
Unterdessen wurde in der Heimat eine Stadt nach der anderen bombardiert. Die Bevölkerung hatte darunter schwer zu leiden. Davon hatten die kämpfenden Soldaten an der Front keine Ahnung gehabt es sei denn, dass sie es bei ihrem Heimaturlaub am eigenen Leibe mit erfahren mussten was es heißt Tag und Nacht im Keller zu verbringen. Und ständig Angst haben mussten ob ihr Haus nicht von einer Bombe getroffen wurde. Da wollten die Soldaten doch lieber an der offen Front kämpfen.
Schlimm traf es die Mütter mit ihren Kindern, falls man sie nicht schon vorher evakuriert hatte. Hart traf es die Alten und gebrechlichen Menschen die sich selber nicht mehr helfen konnten.
Und in dieser hektischen Zeit lernte Erna den Feldwebel Jonni kennen. Er war zu dieser Zeit Ausbilder bei seiner Einheit in der Mannteufelkaserne gewesen, dort bildete er hauptsächlich ältere Rekruten aus.
Aber auch Jonni, konnte jeden Tag damit rechnen, an irgendeine Front versetzt zu werden. Auch wenn er Ausbilder war, spielte das keine Rolle. Es wurde jeder der schießen konnte an der kämpfenden Front gebraucht und das alles für Führer Volk und Vaterland, so hieß damals die Parole.
Bis Jonni zu der kämpfenden Front versetzt werden sollte, da wollten die beiden Liebenden doch jede freie Minute zusammen verbringen.
Da meinte Jonni: "Wenn ich je aus diesem verdammten Krieg heil und gesund zurück komme, dann werden wir zwei sofort heiraten."
Über diese Worte war Erna sehr glücklich und sie dachte: "Hoffentlich bleibt mein Jonni von den Wirren dieses aussichtslosen Krieges verschont, der nur Elend über die Menschheit gebracht hatte."
Und der Tag kam doch schneller als die zwei Liebenden es sich gedacht hatten. Jonni musste schweren Herzens von Erna abschied nehmen. Es war im Frühjahr 1944 als er an die Französische Westküste abkommandiert wurde.
Seine Einheit lag bereits schon dort und sie mussten jeden Tag damit rechnen, dass die Engländer und ihre Verbündeten Frankreich von den Deutschen Soldaten befreien wollten.
Hier an der Westküste hatten die Engländer vor gehabt mit ihren Soldaten zu lande, nach dem sie beim ersten Versuch daran gescheitert waren. Daher passten unsere Soldaten hier besonders scharf auf.
Zu dieser Zeit schrieb Erna ihrem Freund Jonni in einem Feldpostbrief, dass sie von ihm ein Kind erwartet. Ich kann nur beten, dass du dann unser Kind wenn es dann Geboren wird, in deine Arme schließen kannst. Auch dieser Wunsch schien sich nicht zu Erfüllen. Erna erhielt auf ihre Feldpostbriefe die sie an Jonni geschrieben hatte keine Antwort mehr.
Dass inzwischen die Engländer an der Westküste doch noch gelandet waren, davon erfuhr Erna durch die Deutsche Wochenschau. Bei diesen feindlichen Angriffen auf beiden Seiten haben viele unschuldige Soldaten ihr Leben gelassen.
Aber das spielte in diesem verdammten Krieg für Hitler und seine Heeresführung keine Rolle. Jeder deutsche Soldat musste für Führer Volk und Vaterland sein Leben auf Spiel setzen und kämpfen bis zum letzten Atemzug.
Dabei zog sich die Deutsche Wehrmacht so langsam immer mehr von der kämpfenden Front zurück. Dabei gerieten viele Deutsche Soldaten in die Gefangenschaft.
Aber das verschwieg die Deutsche Heeresführung mit Absicht, um die Deutsche Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Hinter vorgehaltener Hand, erzählte man sich, dass Hitler noch eine Wunderwaffe zum Einsatz bringen wollte, damit machte er seinen Soldaten wieder Mut.
Noch gaben sich Adolf Hitler und seine Generäle nicht geschlagen. So nahm der Krieg an Grausamkeit und Härte noch mehr zu.
Wenig Wochen später setzten die ersten Amerikaner und ihre Verbündeten über den Rhein. Die Kämpfe waren dort besonders schwer gewesen. Es gab für sie kein Zurück mehr, denn sie eroberten eine Stadt nach der anderen .Außerdem waren sie militärisch stärker ausgerüstet, als die Deutsche Wehrmacht es war. Dennoch kämpften sie verbissen weiter, an einen Sieg glaubten die meisten schon nicht mehr.
Auch die Deutsche Bevölkerung war den aussichtlosen Krieg schon lange leid gewesen. Um ein unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, sollte man den Krieg doch beenden und Adolf Hitler und seine Sinnesgenossen, sollten sich doch geschlagen geben.
Dazu waren sie viel zu feige, denn sie konnten sich ja ausrechnen, was dann mit ihnen und ihren Generälen passieren würde wenn sie den Krieg beenden würden. Das galt auch für seine Mitstreiter, die man gleichermaßen zur Verantwortung ziehen würde.
Und so nahm der Krieg noch an Härte zu, die täglichen Bombeangriffe auf Deutsche Städte wurden für die Bevölkerung immer unerträglicher. Und im Frühjahr 1945 war es dann so weit, da marschierten die ersten Amerikanischen Soldaten in Hofgeismar ein. Dass es hier kampflos zu gegangen war, das konnten sie ihrem Bürgermeister verdanken.
Und Erna dachte dabei an ihren Jonni, ob er gefallen war, oder in Gefangenschaft geraten ist, das wusste Erna zu diesem Zeitpunkt noch nicht, obwohl letzteres noch zu verkraften wäre. Dann bestünde immer noch die große Möglichkeit, dass er aus diesem Krieg wieder Heim kehren könnte. Nur ihr kleiner Sohn tröstete Erna über die schwere Zeit hinweg.
Und so vergingen die Jahre. Erna hatte kurze Zeit später nach dem Krieg geheiratet, um damit ihrem Sohn einen Vater zu geben. Ihr Mann hatte den kleinen Jürgen in sein Herz geschlossen, das war für Erna eine große Erleichterung. Er war Jürgen ein guter Vater gewesen, was sehr wichtig für Erna war.
Und dennoch konnte Erna ihren Jonni nicht ganz vergessen und dachte: "Ob er wirklich im Krieg gefallen war ? Das wusste sie nicht genau. Seine Eltern konnte Erna auch nicht mehr fragen, beide kamen bei einem Bombenangriff auf Kassel ums Leben.
Und Erna dachte: " Was wäre wenn Jonni plötzlich vor ihrer Haustür stehen würde und feststellen müsste, dass sie inzwischen geheiratet hatte.
Aber dann verwarf sie ganz schnell ihre Gedanken wieder. Jonni konnte sie unter ihrem neuen Namen nicht finden. Durch ihre Heirat hatte Erna ja einen anderen Namen angenommen. Nach so langer Zeit rechnete sie nicht mehr damit, dass Jonni zu ihr zurück kommen würde.
Und wieder schlug das Schicksal grausam zu. Ihr Mann starb nach kurzem Leiden an Magenkrebs. Nun war sie mit ihrem Sohn wieder alleine. Erna war froh, dass sie im Kaufhof arbeiten konnte, damit kam sie doch auf andere Gedanken. Und dass sie in Kassel mit ihrem Sohn lebt, war für sie eine große Erleichterung, denn Erna wohnte nicht so weit von ihrer Arbeitstelle entfernt. Auch für ihren Sohn Jürgen war es angebracht, denn er ging hier noch zur Schule. Er wird im nächstem aus der Schule entlassen. Da heißt es eine passende Lehrstelle für ihm zu bekommen.
Als Erna eines Tages im Kaufhof von einem unbekannten Mann angesprochen wurde, der sich als ehemaligen Kriegskamerad von Jonni vorgestellt hatte. Sie erkannte ihn auf den ersten Blick nicht, in seiner Zivilkleidung sah ihr der Mann fremd aus. Mit einem Mal viel es ihr wieder ein, sie hatte ihn schon früher mit Jonni zusammen gesehen.
Er sagte zur Erna: " Wir haben am kommenden Wochenende in Hofgeismar ein Treffen ehemaliger Soldaten, komm doch mit, vielleicht erfährst du was mit Jonni geschehen ist."
"Das ist eine gute Idee von dir" sagte Erna "Vielleicht treffe ich Jonni dort."
Und Erna nahm sich auch vor zu dem vereinbarten Treffen ehemaliger Soldaten teil zu nehmen. In der Hoffnung etwas über Jonni zu erfahren. Schon kurze Zeit später musste sie diese Hoffnung begraben. Von einem ehemaligen Kriegskamerad erfuhr sie, dass Jonni in Amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten ist. Was dann aus ihm geworden ist, darauf konnte er ihr keine genaue Angabe machen.
Ein anderer meinte: "Unser Stabsoffizier könnte dir vielleicht mehr darüber sagen. Er hatte die Einladungen zu unserem Treffen verschickt."
Und ein anderer Kriegskamerad sagte zur Erna: "Dass Jonni nach Amerika deportiert wurde, er soll angeblich auf einer Farm als Kriegsgefangener arbeiten. Vielleicht lebt er heute als freier Bürger in den Vereinigten Staaten und hat dort geheiratet."
Erna dachte: "Vielleicht geschehen ja noch Zeichen und Wunder, dass ihr Jonni doch noch unter den Lebenden ist, das hatte sie aus den Reden des ehemaligen Kriegskameraden heraus gehört."
Und das Schicksal meinte es wirklich gut mit Erna. Nach vorgerückter Zeit erschien noch ein Mann zu dem Treffen ehemaliger Soldaten gekommen war. Der sofort auf seinen ehemaligen Stabsoffizier zu ging und ihn in alter Freundschaft begrüßte.
Jonni entschuldigte sich für sein zu spätes Erscheinen und sagte: "Mein Flugzeug hatte sich verspätet. Und kam auf sein Anliegen seines Treffens zu sprechen. Ich möchte unter anderen erfahren was aus meiner damaligen Freundin geworden ist, obwohl ich nur wenig Hoffnung habe, dass ich sie hier jemals wiedersehen werde."
Sein Freund wollte nicht vorgreifen und ihm noch nicht sagen, dass sich seine Freundin schon nach ihm erkundigt hatte. Er war ja selber daran interessiert, wie die zwei das plötzliche Wiedersehen auf nehmen wird. Immerhin lagen nach Kriegsende, viele Jahre dazwischen. So manches hatte sich danach auch verändert.
Aber Erna erkannte ihren Jonni wieder. Seine Stimme war ihr noch so vertraut, wenn er sich auch rein äußerlich etwas verändert hatte, war es doch ihr Jonni. Ihr Herz klopfte voller Erwartung, dass auch er sie erkennen würde.
Das sollte sie wenige Sekunden später selber feststellen. Auch Jonni hatte Erna gesehen, beide waren über das Wiedersehen erst mal freudig überrascht und sprachlos, denn beide hatten ja im Stillen gehofft, heute mehr über sich zu erfahren.
Jonni, der sich zu erst gefasst hatte sagte zur Erna: "Ich habe im Stillen gehofft und gebetet heute mehr über deinen Verbleib zu erfahren. Dass wir zwei uns hier wiedersehen durften, das war ein Glückstreffer. Aber woher wusstest du, dass wir heute ein Treffen ehemaliger Soldaten haben."
Ein Kriegskamerad von dir hatte mich darauf aufmerksam gemacht sagte Erna. Mich trieb die Hoffnung nach hier, Jonni, um über dich mehr zu erfahren. Dass wir uns hier wiedergefunden haben, das ist für mich eine ganz besonders große Freude.
Drauf schloss er seine Erna in die Arme und gab ihr einen Kuss vor geschlossener Mannschaft.
Seine Kriegkameraden applaudierten zu dem gelungenen Wiedersehen zweier Liebenden. Und sie alle dachten, "dann stand unser Treffen doch noch unter einem guten Stern."
Jonni sagte zur Erna: " Mein Flugzeug hatte Verspätung, sonst wäre ich schon früher hier gewesen."
"Das ist doch nicht so schlimm" meinte Erna. "Die Hauptsache ist doch Jonni, dass wir uns heute hier wiedergefunden haben. Aber sage mir, warum hattest du nie geschrieben?"
Jonni sagte: "Ich habe dir geschrieben. Meine Briefe an dich kamen mit dem Vermerk zurück, dass der Adressant unbekannt verzogen ist. Und mich hatte man als Kriegsgefangener nach Kalifornien transportiert. Ich habe auf einer großen Farm als Kriegsgefangener gearbeitet und da ich von dir nichts mehr gehört habe, habe ich mich entschlossen auf der Farm als Vorarbeiter zu arbeiten.
Außerdem zog mich auch nichts mehr nach Deutschland zurück. Meine Eltern kamen bei einem Bombenangriff ums Leben. Und die Farmersfrau hatte auch durch den Krieg ihren Mann verloren. Sie bat mich doch zu bleiben ich sollte ihre Farm im Sinne des verstorbenen Mannes weiter führen. Schon wenige Monate später haben wir dann auch geheiratet.
Leider starb sie viel zu früh. Sie ist bei der Geburt unseres Sohnes gestorben. Eigentlich schade. Er sollte später einmal unsere Farm erben."
Da sagte Erna: "Du konntest von mir nichts mehr hören. Auch ich habe geheiratet und trug daher einen anderen Namen. Mein Mann starb viel zu früh an Magenkrebs. Und dass ich von dir einen Sohn geboren habe, das hatte ich dir geschrieben."
"Das konnte ich nicht wissen" sagte Jonni "ich wurde 1944 im Sommer bei einen feindlichen Angriff in der Normandie von den Amerikanern gefangen genommen. Und wie ich schon sagte kam ich als Kriegsgefangener auf eine Farm nach Amerika, wo ich heute noch mein eigener Herr bin und arbeite."
"Dass du in Gefangenschaft geraten bist, das hatte ich mir fast gedacht. Gott sei dank wie ich sehe, bist du zum Glück nicht gefallen, was ich zum Teil befürchten musste. Und dass wir uns heute hier wiedergefunden haben darüber bin ich sehr froh."
"Dann stand unser Wiedersehen ja unter einem guten Stern" sagte Jonni "zumal ich noch Vater eines Sohnes geworden bin. Dann liegt es doch nahe, dass du mit deinem Sohn zu mir nach Kalifornien kommst."
"Da muss ich erst einmal meinen Sohn fragen was er davon hält. Ich muss ihm das erst einmal bei bringen, dass er so plötzlich einen Vater bekommen hat. So wie die Dinge hier liegen, wird unser Sohn damit wohl einverstanden sein. Er sprach immer schon davon, wenn er älter wird nach Amerika zu reisen, um dort Land und Leute kennen zu lernen."
"Das kann er ja jetzt haben und später kann er meine Farm erben. Ich werde ihn dort langsam einführen und ihn in diesem Beruf an lernen. Ich glaube, dass aus ihm einmal ein guter Farmer wird."
Da sagte Erna: "Du kannst zu uns nach Kassel kommen und kannst bei uns wohnen so lange du hier bist. Bei dieser Gelegenheit lernst du auch deinen Sohn kennen."
"Deine Einladung Erna nehme ich dankend an" sagte Jonni. "Ich kann nur noch hoffen, dass auch er mich als Vater respektieren wird."
"Das glaube ich schon" sagte Erna. "In seinem Alter kann er einen Vater noch gut gebrauchen."
Daraufhin fuhr Erna mit Jonni in ihre Wohnung nach Kassel. Jürgen saß noch vor dem Fernseher. Er wunderte sich, dass seine Mutter einen fremden Mann bei sich hatte, das war er von ihr nicht gewohnt.
Seine Mutter sagte: "Jürgen, ich bring dir heute Abend deinen Vater mit, von dem ich dir immer schon erzählt habe. Ich habe ibei seinem Treffen ehemaliger Kriegskameraden in Hofgeismar wieder getroffen. Er ist nicht wie ich befürchten musste im Krieg gefallen. Im Gegenteil er kommt direkt aus Amerika zu uns.
Er hatte als Kriegsgefangener 1944 auf einer Farm in Kalifornien gearbeitet. Und nach Kriegsende hatte er seine Chefin geheiratet. Ihr Mann war bei den Kämpfen in Deutschland gefallen.
Leider starb meine Frau bei der Geburt unseres Kindes. Es überlebte seine Mutter nur noch wenige Stunden nach der Geburt. Somit habe ich ihre Farm geerbt. Die ich mit großem Fleiß noch etwas vergrößern konnte."
Zum Jürgen sagte Jonni: "Ich möchte deine Mutter und dich mit nach Kalifornien nehmen. Wenn es dir auf meiner Farm gefällt, dann kannst du später ein mal mein Nachfolger werden. Ich kann nur hoffen, dass es dir auch spaß macht ein guter Farmer zu werden so wie ich es auch geworden bin."
Jürgen wusste vor Freude darauf nichts zu sagen, nur so viel "träume oder wache ich, das war schon immer mein Wunsch gewesen, einmal Landwirt zu werden. Dass es so schnell Wirklichkeit werden sollte, daran hatte ich nicht zu hoffen gewagt."
Darauf nahm Jonni seinen Sohn in seine väterlichen Arme und er freute sich, dass er so einen gescheiten Junge besaß. Zu Erna sagte er: "Unser Sohn ist doch in die Fußstapfen seines Vaters getreten"
Dazu sagte Erna: "Auch von mir hatte er den starken und kämpferischen Willen geerbt, er hatte früh gelernt sich überall durch zu setzen. Unser Sohn hatte sich mir gegenüber immer als mein Beschützer gezeigt."
Da sagte Jürgen zu seinen Eltern: "So viel Glück auf einmal, das muss ich erst einmal verkraften. Wer bekommt so plötzlich in meinem Alter noch einmal einen Vater.
Da sagte seine Mutter zu ihm: "Schlaf erst einmal darüber mein Sohn. Morgen reden wir weiter darüber, es wird auch Zeit, dass du ins Bett kommst."
Da sagte Jonni: "Ich bleibe noch einige Wochen bei euch, in der Zeit könnt ihr euch für die Reise fertig machen und eure Zelte in Kassel ab brechen. Bei dieser Gelegenheit werde ich das Grab meiner Eltern besuchen, das ich noch nicht gesehen habe.
"Das trifft sich ja großartig" sagte Erna. "Eine Arbeitskollegin von mir sucht mit ihrem Verlobten eine Wohnung. Sie würde mit Kusshand meine Wohnung mit allem Inventar übernehmen."
"Dann hätten wir dieses Problem auch gelöst" meinte Jonni.
Am nächsten Morgen sagte Jürgen, bevor er zur Schule ging zu seiner Mutter und seinen Vater: "Meine Klassenkameraden werden mich beneiden, dass ich mit meinen Eltern nach Amerika auswandern darf."
Darauf erwiederte Jonni: "Deine Mutter werde ich in Kalifornien heiraten und das so schnell wie möglich."
"Dann sind wir ja bald eine richtige Familie" meinte Jürgen.
"Damit hast du recht mein Sohn" erwiderte sein Vater.
Erna sagte zum Jonni: "Für mich und unseren Sohn ist das heute der glücklichste Tag in unserem Leben."
Und der Tag bis zur Abreise war schnell herangerückt. Jürgen flog mit seinen Eltern nach Kalifornien, das für Erna und Jürgen zur zweiten Heimat werden sollte.



Eingereicht am 29. Dezember 2005.
Herzlichen Dank an die Autorin / den Autor.
Nachdruck und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin / des Autors.


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